Pflegekurse für Angehörige: Nützliches Wissen für die Pflege zu Hause

Pflegekurse für Angehörige: Nützliches Wissen für die Pflege zu Hause

Eine Pflegesituation tritt häufig plötzlich ein und verändert das Leben aller Beteiligen. Zur Bewältigung dieser Aufgabe brauchen Betroffene Unterstützung und Anleitung. Konkrete Hilfestellungen bieten spezielle Pflegekurse für Angehörige oder ehrenamtliche Pflegepersonen wie Nachbarschaftshelfer. Was Sie darin lernen, wie das Lernen aussieht, wer Pflegekurse für Angehörige anbietet und wer die Kosten übernimmt – ein Überblick.

Ein Mann sitzt auf dem Sofa vor seinem Laptop und absolviert einen Pflegekurs.
GettyImages/Prostock-Studio
Inhaltsverzeichnis
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    In Deutschland pflegen etwa fünf Millionen Menschen ein Familienmitglied zu Hause oder unterstützen eine pflegende Person bei der Versorgung. Diese Zahl dürfte angesichts des Fachkräftemangels hierzulande und der Alterung der Gesellschaft künftig weiter steigen. Um die gesellschaftlich wichtige Aufgabe der Pflege zu Hause zu stemmen und sich zu entlasten, brauchen pflegende Angehörige Hilfe. Diese erhalten Angehörige auch in Pflegekursen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Denn wenn Betroffene zum Beispiel wissen, wie sie die Pflege organisieren, welche Leistungen der Pflegeversicherung Pflegebedürftigen zustehen, wie sie mit bestimmten Krankheiten im Alltag umgehen und wie sie gut für sich selbst sorgen, kann all das zur Sicherheit der pflegebedürftigen Personen beitragen und die oft herausfordernde Pflegesituation entspannen.

    Was lernen Sie in Pflegekursen für Angehörige?

    Pflegekurse für Angehörige vermitteln pflegenden Angehörigen und ehrenamtlich Pflegenden wie Nachbarschaftshelferinnen und Nachbarschaftshelfern praktisches Wissen für die Pflege zu Hause – kompakt und auf für Laien verständliche Weise. In den Pflegekursen erhalten die Teilnehmenden unter anderem Informationen zu den Grundlagen der häuslichen Pflege, aber auch zu bestimmten Pflegetechniken (z. B. Anreichen von Essen, Unterstützung beim Gehen und Aufstehen) oder Krankheitsbildern wie Demenz, Parkinson, Inkontinenz, Schlaganfall oder chronische Wunden. Darin geht es nicht nur darum, wie diese Krankheiten entstehen, wie sie sich äußern und wie sie therapiert werden können; Angehörige erhalten auch praktische Tipps für den Umgang mit der erkrankten Person im Alltag.

    Außerdem behandeln einige Pflegekurse die Themen Entlastung und Resilienz. Diese klären Angehörige über Entlastungsangebote auf, richten sich mit Informationen – etwa zu Angeboten wie der Tagespflege – aber auch an pflegebedürftige Menschen.

    Darüber hinaus gibt es Pflegekurse für Angehörige zur rechtlichen Vorsorge. Sie helfen Ihnen, vorausschauend Entscheidungen zu treffen und mit Dokumenten wie einer Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung für den Ernstfall vorzusorgen und die Zukunft abzusichern.

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    Wo finden Pflegekurse für Angehörige statt?

    Es wird zwischen Angeboten in Präsenz und online unterschieden.

    Präsenz-Angebote

    Pflegekurse gibt es als Trainingsangebot direkt im häuslichen Umfeld oder als Präsenz-Veranstaltung in Gruppen. Vorteil hier: Sie lernen andere Betroffene kennen und können sich mit ihnen über Herausforderungen im Pflegealltag oder Entlastungsangebote austauschen. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, zum Beispiel Handgriffe für die Pflege zu Hause gemeinsam mit Expertinnen und Experten direkt zu üben.

    Online-Angebote

    Pflegekurse für Angehörige können Sie aber auch in für Sie angenehmer Umgebung online am PC, dem Laptop oder einem mobilen Endgerät (z. B. Tablet oder Smartphone) absolvieren. Online-Pflegekurse haben den Vorteil, dass Sie lernen können, wo und wann Sie wollen oder wie es am besten in Ihren Tagesablauf passt. Alles, was Sie für die Teilnahme an einem Online-Pflegekurse benötigen, ist ein Internetanschluss.

    Wie lernen Sie in Online-Pflegekursen für Angehörige?

    Online-Pflegekurse bestehen aus mehreren Lerneinheiten, sodass Sie sich das Pflegewissen Schritt für Schritt und Kapitel für Kapitel aneignen können. Die einzelnen Module können Sie zudem beliebig oft wiederholen oder auch unterbrechen und wieder fortsetzen. So bleiben Sie beim Lernen flexibel und können die Kurse auch als Nachschlagewerk nutzen. Nach Abschluss eines Pflegekurses erhalten Sie in der Regel ein Zertifikat, das bestätigt, dass Sie den Kurs absolviert haben.

    Damit der Wissenserwerb nicht textlastig ist oder langweilig wird, enthalten Pflegekurse zumeist interaktive Elemente, Illustrationen, Videos oder Audios. Außerdem sind Pflegekurse häufig barrierefrei gestaltet, das heißt, die Schulungen erfüllen bestimmte Richtlinien, damit sie auch von Menschen mit Behinderungen (z. B. beeinträchtigtes Seh- oder Hörvermögen) absolviert werden können. Dann sind die Lerneinheiten beispielsweise über die Tastatur steuerbar, oder ein sogenannter Screenreader („Bildschirmleser“) überträgt die auf dem Bildschirm dargestellten Inhalte in hörbare Sprache.

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    Was Sie jetzt als Angehörige wissen müssen und wie Sie gut durch die herausfordernden ersten Tage und Wochen kommen.

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    Wer bietet Pflegekurse für Angehörige an?

    Es gibt verschiedene Anbieter von Pflegekursen, darunter Pflegekassen, Pflegedienste, Wohlfahrtsverbände, Krankenhäuser und Fachverlage wie Bibliomed. Das Angebot ist für Sie überall kostenfrei. Die Themen und Inhalte der Kurse können aber variieren. Ein Tipp: Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick, welche Themen für Ihren Pflegealltag und die Versorgung Ihres pflegebedürftigen Angehörigen relevant sind. Für einige ist es wichtig, sich Grundfertigkeiten für die Bewältigung der häuslichen Pflege anzueignen. Andere benötigen mehr administrative Informationen (z. B. zur Organisation der Pflege) oder spezielles Wissen zu Erkrankungen wie Demenz oder Parkinson.

    Wer übernimmt die Kosten für Pflegekurse für Angehörige?

    Über die Kosten und deren Übernahme brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen. Gemäß § 45 SGB XI haben Sie nämlich einen Anspruch auf kostenfreie Pflegekurse. Die Kosten trägt also die Pflegekasse (bei gesetzlich Versicherten) oder die Pflegeversicherung (bei privat Versicherten). Eine Empfehlung: Erkundigen Sie sich im Vorfeld bei der Pflegekasse oder der Pflegeversicherung und klären Sie Ihre Fragen zu den Pflegekursen und deren Abrechnung. Wichtig zu wissen: Einige Anbieter übernehmen direkt die Abrechnung mit der Pflegekasse, damit Sie sich nicht auch noch darum kümmern müssen und mehr Zeit für die Pflege Ihres Angehörigen oder für sich selbst haben. Denn auf sich selbst zu achten, ist zwar im oft hektischen Alltag nicht so leicht, aber notwendig, um gesund zu bleiben und neue Kraft zu tanken.

     

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